Geschichte
Theorien über den historischen Ursprung von Ayurveda orientieren sich an den ältesten schriftlichen
Aufzeichnungen des indischen
Wissens, den Veden. Es heißt, dass dieses Wissen vom Schöpfer des Welltalls Brahman selbst stammt und
von sogenannten Rsis (Sehern
der Weisheit) jahrhundertelang durch mündliche Überlieferung erhalten blieb.
Im Laufe der Zeit wurde die in den Veden beschriebene
Medizin um Beobachtungen und Erfahrungen früherer Denker und Forscher erweitert, die auf
wissenschaftlichem Denken beruhten. Somit
kann Ayurveda als ein Gemeinschaftswerk einer unermesslichen Zahl erfahrener und authentischer Ärzte,
Heiler und Philosophen
angesehen werden.
Die bekanntesten Schriftensammlungen wurden von den Gelehrten Caraka, Susruta und Vagbhata verfasst,
deren Werke heute noch zur
Verfügung stehen.
Obwohl die Buddhisten (in Indien von 600 v. Chr. bis 1000 n. Chr.) die vedischen Schriften nicht
akzeptierten, übernahmen sie die
ayurvedische Medizin.
Das zeigt, dass Ayurveda schon zu jener Zeit nicht mit einem unumstößlichen Dogma verbunden war.
Nach ihrer Vertreibung aus Indien trugen die Buddhisten zur Verbreitung des Ayurveda bei, z.B. nach
China, Tibet und Sri Lanka, was
erklärt, wieso die Heilkunden jener Länder viele Ähnlichkeiten mit dem Ayurveda aufweisen. Mit den
türkischen Eroberern (1100 bis
1600 n. Chr.) machte Ayurveda einen Sprung nach vorne, es folgte eine Annäherung an die verschiedenen
Strömungen der traditionellen
indischen Medizinsysteme. Mit den englischen Kolonialherren kam Ayurveda zu einem Stillstand, da die
Engländer Indien mit eiserner
Faust regierten und die ayurvedischen Institutionen verboten.
Ayurveda überlebte nur dank der Familientraditionen.
Heute hat die Naturheilkunde ihren Platz in der modernen Gesellschaft zurückerobert und gehört zum
offiziellen Medizinsystem in Indien.

Ihre Katrin Stahl
Quelle:Verband Europäischer Ayurveda-Medizner und Therapeuten e.V.